Am Nachmittag haben wir uns die Paläste, die dort seit dem 17. Jahrhundert erbaut wurden, angesehen. Auf einem Areal von 7000m², das von einer 900m langen Mauer mit 12 Toren umgeben ist, bauten mehrere äthiopische Kaiser ihre Paläste bzw. erweiterten das Areal um andere Gebäude, wie Bibliotheken und eine Sauna für alle.
| Der erste Palast von Gondar, erbaut von Fasilidis |
Der zweite, dort ansässige Herrscher, Johannes I., lebte in einem bescheidenen Palast, verlangte keine Steuern und kümmerte sich selbst, um das was er brauchte, da er angeblich handwerklich sehr geschickt war. Sein "Palast" heißt deshalb hier auch "Haus der Liebe".
| Palast von Johannes I., das Haus der Liebe |
2. Tag: 7.00 Uhr Treffen, Frühstück (dreieckige frittierte Teigtaschen mit Linsenfüllung), Geldautomaten-Stalking und dann endlich gab es Strom und Internet und wir konnten Geld holen, Weiterfahrt nach Debark am Simien Mountain Nationalpark, Ankunft gegen 11.00 Uhr
Nachdem wir im Büro des Nationalparks ein paar Infos bekommen haben, gings zum Hotel. An der Rezeption wurden wir von einem Mann angesprochen, ob wir nicht eine kleine Wanderung unternehmen wollten. Also verblieben wir mit ihm, dass wir uns um 12.00 Uhr zum losgehen treffen würden. Als die Taschen im Zimmer waren und wir bereit zum Losgehen, kam Shambel noch einmal zu uns und erzählte uns, dass der Mann kein offizieller Guide sei und wollte sichergehen, ob er sich an die Abmachung, bzw. an unsere Erwartungen hielt. Es kam zu einer Diskussion, weil der "Guide" nicht genau erklären konnte, wo er hingehen wollte, weder auf amharisch noch auf englisch, solange bis wir schon kein Vertrauen und keine Lust mehr hatten, mit ihm etwas zumachen. Hinzu kam noch, dass er Shambel die ganze Zeit "Wettbewerbsverzerrung" vorwarf und richtig ungehalten wurde. Obwohl Shambel nur unseren Standpunkt und unsere Sicherheit klar gestellt hat. Später haben wir mitbekommen, dass Shambel ihm am Ende sogar Geld gab, um uns alle in Ruhe zu lassen.
Nach dieser Aufregung und unserer Enttäuschung gab es erst einmal Mittagessen und im Anschluss sind wir noch einmal ins Nationalpark-Büro gegangen. Die Entscheidung fiel: Wir zahlen einen Guide, einen Guard (zum Schutz, falls Tiere angreifen) und unseren Eintritt für 2 Tage (halbe Tage gibts nicht) und nutzen den Nachmittag schon für eine kleine Tour.
Diese kleine Tour ging in einen jüngeren Teil des Nationalparks, Lemalemo genannt. Empfangen wurden wir dort von plötzlich aufziehendem dichten Nebel und dann einem Regenschauer, so wie sich das in einem tropischen Gebirge-Wald gehört ... für die Sicht wars trotzdem erstmal blöd. Zum Glück ändert sich das Wetter dort sehr schnell, teilweise innerhalb von Minuten, und deshalb konnten wir dann quasi sofort wieder was sehen.
| Mulis und Esel auf der Straße, die zum Handeln von einem Ort zum nächsten getrieben werden |
Der Name, Lemalemo, kommt angeblich von dem einheimischen Ausdruck "Lemlem", wobei "lem" soviel wie "grün" heißt, und beschreibt, dass die Gegend immer grün ist, weil es genug Wasser gibt. Wobei an einigen Stellen im Nationalpark die Temperaturen sogar unter den Gefrierpunkt sinken können.
| Blick über ein Tal mit Nebel und Regenwolken |
3. Tag: 8.00 Uhr Treffen am Hotel mit allen: Fasil, Shambel, dem Guide und dem Scout, Wasser kaufen und ein paar Kekse, und auf in den Nationalpark
Insgesamt haben wir zwei einzelne Wanderungen von verschiedenen Punkten gestartet und wurden jeweils am Ende von unserem Fahrer wieder eingesammelt.
Zuerst ging es zu verschiedenen "Aussichtspunkten" am Rand der Schluchten und Täler. Die Weite und der Blick sind unvergleichlich.
Auf dem Weg sind wir auch super zutraulichen und friedlichen Affen begegnet. Dscheladas leben nur im Simien-Mountian Nationalpark und gehören zu den Pavianen. Sie essen Beeren, Blätter und Gras und sind ein bisschen die "Gärtner" des Nationlaparks.
Die zweite Wanderung führte uns auf ca. 3300 m.ü.NN durch die Natur und bis zu einem Wasserfall. Dieser Wasserfall ist ca. 530m hoch und einer der längsten der Erde.
Der Nebel stieg super schnell aus den Tälern und von den Hängen auf, zog vor uns auf, wobei er unsere Aussicht auf eine weiße Wand beschränkte, und war dann so schnell er gekommen war auch wieder weg. In der Zwischenzeit zwischen den Nebeln haben wir versucht einen Eindruck von den Ausblicken einzufangen.
| Das Team: Scout, Fasil, Shambel, Lisa, Basti |
Da wir um 18.00 Uhr spätestens den Park verlassen mussten, es keine anderen kurzen Wanderungen mehr gab und das Wetter mehr und mehr zuzog, kehrten wir nachmittags nach Debark zurück und entschieden uns spontan noch am Abend nach Gondar zurück zufahren, um am nächsten Tag unser nächstes Ziel, Lalibela, erreichen zu können.
4. Tag: 7.00 Uhr Abfahrt vor dem Hotel in Gondar, Frühstück wieder in Woreta, Weiterfahrt nach Lalibela
Malasch, den Brunder von unserem Guide im Simien Mountain Nationalpark, haben wir von Gondar mit bis nach Lalibela genommen. Er ist auch Guide im Simien-Mountain, und hat "Tourismus", also auch Geschichte und Landeskunde, studiert.
Kurz vor Lalibela ist ein Kloster halb in den Felsen eingebaun mit heiligem Wasser, dass aus der Decke tropft. Dort haben wir sehr andächtig und gewissenhaft alles Wichtige gezeigt und erklärt bekommen, übersetzt haben Shambel und Malasch. Dieser Ort hat uns sehr berührt mit seiner Stille und dem Respekt, den wir dort erfahren haben.
| Das Kloster im Fels |
| Die 9 Schalen für die 9 Apostel, die das heilige Wasser auffangen, das aus der Decke tropft |
| Eine 600 Jahre alte Bible in Gihz, der alten Sprache vor Amharisch, aber verwandt. Die orthodox-christlichen Biblen aus Äthiopien sind die einzigen, die von Beginn an bebildert waren |
| Schrank mit den Schätzen und Utensilien des Klosters: Kronen, eine Trommel aus Silber, mehrere Kreuze aus verschiedenen Epochen, ein Korb mit Weihrauch,... |
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| Schlummertrunk: Tej im traditionellen Glas |
5. Tag: 6.00 Uhr Aufbruch, Wanderung, Besichtigung der Steinkirchen in Lalibela
Am Abend zuvor hatten wir mit einem Straßenjungen vereinbart uns am nächsten Morgen um 6.00 Uhr zu treffen um zur Kirche Asheten Mariam zu wandern und von noch weiter oben über Lalibela zu blicken.
Nach dem Frühstück (Snack) über Lalibela gings zurück zur Stadt, 600 Höhenmeter nach unten.
| Bauernhaus auf dem Weg nach oben am frühen Morgen |
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| Blick aus dem Tunnel zur Kirche ins Tal |
| Der Grund für den Aufstieg: Was für ein Blick :-) |
Um ca. 11.00 Uhr kamen wir wieder am Hotel an, der frühe Start war gut um nicht zu sehr in die Hitze der Sonne zukommen. Nach eine Pause und einer Dusche haben wir zu mittag gegessen.Eine sehr interessante Variante von Pizza: der Boden war ähnlich der bekannten Pizza, die Tomatensoße war sehr würzig, hat aber mehr Chilipulver als Tomaten enthalten, und der Käse sah fast aus wie Joghurt nur glibbriger. Lecker aber sehr scharf.
Anschließend mussten wir wieder einen Geldautomaten finden um die Eintritte und soweiter zu bezahlen. Nachdem das geschafft war konnten wir uns im Infocenter der Steinkirchen anmelden, unseren Eintritt für 50$/Nase (nur die Touris) entrichten und uns von einem Guide die Geschichte und die Besonderheiten der wichtigsten Kirchen erklären lassen.
| Kirche der heiligen Maria |
| Eine der anderen Steinkirchen, einige der Säulen wurden erneuert und sind deshalb gemauert |
| Taufbecken, 10m tief, hier werden Weihnachten die unfruchtbaren Menschen jedes Jahr getauft |
| Die Decke und Wände in der Kirche der heiligen Maria sind mit Fresken bemalt, dies ist die einzige Kirche mit Malereien am Gebäude |
| Die Kirche des St. Georg, in Form eines Kreuzes, sie stellt auch die Arche Noah dar |
6. Tag: 6.00 Uhr Abfahrt Richtung Bahir Dar, Frühstück in einem kalten Ort auf dem Weg, Zwischenstopp in Awra Amba, 14.00 Uhr Ankunft in Bahir Dar
Außer Fahren haben wir an diesem Tag wenig gemacht. Einen interessanten Stopp haben wir jedoch noch eingelegt: das Dorf Awra Amba, ein Dorf, das nach anderen als den sonst hier üblichen sozialen Regeln lebt.
Der Dorfrundgang und die Erklärungen waren sehr interessant: Jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten, also Männer und Frauen machen alles gleichermaßen nach ihrem Können: Kochen, Weben, Kinder betreuen, Alte pflegen im Altenheim.
Jeder Mensch ist gleich wertvoll, deshalb sind die Preise auch für alle gleich und einander helfen, die Armen und Notleidenden zu unterstützen , friedlich und liebevoll miteinander umzugehen und das Paradies auf Erden zu erschaffen sind ein paar der Ideen, die sie dort verwirklichen wollen. Sehr inspirierend.
| Ein paar der Gemeinschaftsregeln und Zitate des Gründers, der dort noch lebt und mit 13 Jahren angefangen hat Gleichgesinnte für eine Community zu finden |









